img_4412Ob Bewohner oder Besucher Kreuzbergs, viele kennen und lieben diesen Kiez – den Admiralkiez. Das ist die Gegend um die Admiralstraße, das Fraenkel- und Planufer und die Grimmstraße. Diese Straßen laufen entlang des Landwehrkanals oder münden an ihm und ihr gemeinsames Zentrum ist die Admiralbrücke. Aber viel mehr als die geographische Mitte ist die Admiralbrücke die gefühlte Mitte unseres Kiezes. Hier begegnet und trifft man sich, hier genießt man die Sonne und den herrlichen Ausblick über den Kanal.

Viele Generationen von Anwohnern leben seit Jahren und Jahrzehnten gemeinsam hier in diesem lange gewachsenen Kiez und viele unserer älteren Nachbarn wissen noch, wie es war, als in den 80er Jahren die unsanierten Häuser dieser Straßen besetzt und vom Abriss bedroht waren. Das hier letztlich keine großen Verkehrsachsen entlang führen und keine charakterlosen Betonklötze stehen, sondern herrliche Altbauten entlang eines begrünten und verkehrsberuhigten Ufers, haben wir vor allem ihrem Engagement zu verdanken.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA         Wir Anwohner bekommen inzwischen wieder das Gefühl, uns selbst um unseren Kiez kümmern zu müssen. Seit Jahren wird unser Kiez, wie ja bekanntermaßen ganz Berlin, zunehmend von der Welt entdeckt und besucht, was uns natürlich freut, denn Kreuzberger kommen aus aller Welt und begrüßen die Welt.

Leider aber ist in den letzten Jahren eine Entwicklung zu spüren, die unser friedliches Zusammenleben im Kiez bedroht: Unser Zentrum, die Admiralbrücke hat sich vom romantischen Treffpunkt, vom Erholungs- und Verweilort, vom allseits geliebten Kleinod des Kiezes zum Partytreffpunkt entwickelt mit allen hässlichen Folgen einer solchen „party location”: Von Abends bis spät in die Nacht wird Musik gespielt, allzuoft mit Verstärkern, weit über erlaubte Zeiten und Lärmpegel hinaus und es wird, je später der Abend, desto alkoholisierter die Gäste, desto enthemmter das Verhalten, gefeiert, getrunken, gegrölt und leider immer mehr randaliert.

In Ruhe zu schlafen ist in der unmittelbaren Umgebung der Brücke kaum mehr möglich, die Polizei kommt nahezu jede Sommernacht und am nächsten Morgen türmt sich der Partymüll und unsere als Urinal der Partygesellschaft dienenden Hauseingänge müssen wir täglich reinigen. Die Party beginnt im Frühling und endet im Spätherbst. 6 Monate. Mindestens. Jeden Tag und jeden Nacht. Und wir müssen mitfeiern. Ob wir wollen oder nicht. Jeden Tag und jede Nacht. Sehr treffend beschreibt der Spiegel die hier herrschenden Zustände als Ballermann an der Spree.

Der Kiez um die bezaubernde, denkmalgeschützte Admiralbrücke ist unserer Meinung nach nun über die Belastungsgrenze der toleranten und multikulturellen Anwohner hinaus belastet. Wir haben bisher leider vergeblich versucht, mit Hilfe des Bezirkes und der Volksvertreter diese Entwicklung in den Griff zu bekommen.

In einer liberalen Stadt wie Berlin, die mit ihrer Liberalität immerzu kokettiert, ist nichts einfacher und mehrheitsfähiger, als sich liberal zu geben. Sich über Partylärm und -dreck zu beschweren, klingt eben nicht nach „be sexy – be berlin”. Und solange man diese Probleme nicht vor dem eigen Wohn- und Schlafzimmer hat, kann man natürlich auch berlinerisch tolerant bleiben.

So lesen wir etwa im Tagesspiegel über die Admiralbrücke, dass die Jugend eben ein Recht auf Feiern habe und die Anwohner da zurückstecken müssten. „Sorry, Leute” ruft uns der Autor des Tagesspiegel süffisant zu, „das Leben ist lauter als der Tod” und lehnt sich dabei entspannt, wie wir uns jetzt einmal erlauben anzunehmen, in seinem ruhigen Wohnzimmer zurück.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA         Wir Anwohner wollen nicht derart polemisieren und polarisieren, wir wollen eben keine Front Anwohner versus Gäste bilden. Wir wünschen einen respektvollen Umgang miteinander und Rücksichtnahme aufeinander. Und so wurde diese Initiative Admiralkiez gegründet.

Die Ziele der Initiative Admiralkiez

  • Wir möchten, dass die Admiralbrücke ein Ort der friedlichen Begegnung für Kreuzberger und Gäste aus aller Welt ist, dessen Ruhe und Schönheit alle genießen können. Wir möchten, dass der Admiralkiez für alle Generationen weiterhin ein lebenswerter Ort ist, dessen über Jahrzehnte gewachsenen Strukturen erhalten bleiben.
  • Daher wollen wir auf der Admiralbrücke keinen „Ballermann” (Zitat Spiegel Online) mitten in Berliner Wohnstraßen, an dem von abends bis tief in Nacht getrunken, gefeiert und Musik gespielt wird, weit über erlaubte Zeiten und Lärmpegel hinaus.
  • Wir fordern im Wesentlichen nichts weiter als die Selbstverständlichkeit der Einhaltung der NACHTRUHE ab 22.00. So wie wir uns jeden Tag den Gästen gegenüber tolerant verhalten, wünschen wir uns, dass die Brückengäste sich respektvoll gegenüber dem Ort und den Menschen, die hier leben, verhalten.
  • Wir fordern den Bezirk und unsere Volksvertreter auf, uns dabei zu unterstützen; sowohl Bewusstsein zu schaffen für diese Probleme als auch Maßnahmen zur Besserung der Situation zu ergreifen, um das friedliche Zusammenleben und vor allem die Nachtruhe zu ermöglichen.

Unsere Bitte

Wenn Sie sich angesprochen fühlen, unterstützen Sie uns. Helfen sie mit, die Lebensqualität dieses Ortes, in die wir Anwohner viel Liebe, Leidenschaft und Zeit investiert haben, zu erhalten. Wir freuen uns auf Sie!

Ihr Admiralkiez

Kontakt zur Initiative Admiralkiez über das Kontakt-Formular auf dieser Seite.

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